Neuigkeiten

Da war für jeden was dabei16. Juli 2014

Beginn des Openairs war am Samstag Abend mit der Zwei-Mann-Kombo Professor Grabowski, das sind Johann Weber am Schlagzeug und Friedrich Oehlerking an Gitarre und Mikrofon. Die zwei Musiker haben sich in Aichach bereits eine Fangemeinde erspielt. „Scheißen wir einfach mal auf dieses scheiß Unwetter“, appellierte  Friedrich Oehlerking an das Publikum, die aufgrund der Unwetterwarnung im Landkreis bis zum Schluss unsicher waren, ob das Wetter halten wird. Bis auf einen kurzen Schauer blieb es aber trocken. Das Programm von  Professor Grabowski ist so vielseitig, wie kaum eines anderer Bands, von neu interpretiertem Kinderlied („What does the fox say“), über „Russenlied“ bis hin zu Songs aus den 90ern. Die zwei Musiker haben einen Draht zum Publikum, ab dem ersten Moment auf der Bühne, der Grund, warum die Fangemeinde stetig steigt und die Auftritte immer mehr werden. Vom Openair am Sisi Schloss ging es gleich weiter zum nächsten Konzert. Die Hobbymusiker-Kombo aus dem „Dachau-Hinterland“hat sich zu einer ansehnlichen Band entwickelt, die jetzt auch einen richtigen Probeaum sucht.

 

Als zweite Band spielten Fuadadeimuada, die ebenfalls gern in den unterschiedlichsten Musikgenres ihr Können unter Beweis stellen. Da gab’s Hip Hop, Rock und Ska zu hören – meistens mit bayerischen Texten, die das Leben schreibt. Im Song „Des Zimmer riacht no imma nach dir“ singen die Männer zum Beispiel über die Souvenirs der Frauen nach einer heißen Nacht – ihrer Erfahrung nach Haarspangen, Tampons und Prothesen. In „I hob koa Herz“ konfrontieren sie die Frau mit ihren Macken und raten von einer Beziehung gleich im Vornherein ab: „Probiers erst gar ned mit mir“. Die Zugabe wurde ohne Unterbrechung angekündigt, denn die Band spielt normalerweise auf sehr kleinen Bühnen und „wir haben keine Lust, so zu tun, als gäb’s ein Backstage und darauf zu warten, dass drei Hansel Zugabe husten“, meinte Gitarrist und Sänger Markus Beer. So wäre es in Aichach sicher nicht abgelaufen, denn das Publikum hätte gern sogar noch mehr gehört.

 

Es folgte der Headliner Stereotide aus Nürnberg. Die Konzertbesucher trauten sich nicht recht an die Bühne. „Gibt es in Aichach eine Auflage, dass man nicht näher als fünf Meter an die Bühne rankommen darf?“, fragte Frontmann Stephan Kämmerer das Publikum und ein paar Mutige traten näher. Drei Fans waren sogar extra aus Wien angereist, um die Band spielen zu hören und zu sehen. Bekannt wurden die vier Musiker Anfang des Jahres mit ihrem Song „Someday“, den auch das Publikum von RockAntenne kannte. Stereotide spielen Pop und Rock, inspiriert von Bands wie 30 Seconds to Mars, Fall Out Boy, Foo Fighters und Muse.

 

Den musikalischen ersten Teil am Sonntag lieferten Musikgruppen, die bekannte Songs zum Besten gaben, zuerst die Bläserklasse der Realschule. Was die 6.-Klässler nach nur 1,5 Jahren Instrumentenerfahrung geboten haben, konnte sich hören lassen. Gekonnt spielten sie Filmklassiker wie „My heart will go on“ aus Titanic und „Circle of life“ aus König der Löwen.

 

Danach spielten die jüngsten Musiker des Festivals, der Music Circle, eine musikalische Workshopreihe unter der Leitung der Musiklehrer Peter Steinbeisser und Bruno Heinroth. Letzterer holte sich dann auch die Sängerin und Gitarristin Marietta Merk für einen Gastauftritt auf die Bühne.

 

Für Jazz und Tango sorgten Trio Astori, Dieter Kraus am Saxofon, Gregor Holzapfel an der Gitarre und Markus Bodenseh am Bass. Eine musikalische Leitfigur ist der Band Astor Piazzolla, der auch als Namensgeber diente.

 

Christoph Freier brachte eine noch recht junge Musikrichtung auf die Bühne, die Voixmusik. Definition: Man spiele jede erdenkliche Musikrichtung unter der Prämisse, gesungen wird Dialekt, in diesem Fall bayerisch. Bands wie La Brass Banda haben die Musikrichtung geformt und berühmt gemacht, Christoph Freier interpretierte sie für Aichach. Der Frontmann der Coverband Lifeline ist Vollblut-Musiker und bringt das Publikum immer wieder aufs Neue zum Toben, Tanzen und Mitfeiern.

 

Zum letzten Auftritt kam die Donkey Honk Company auf die Bühne. Die Musiker spielen ihre Folk-, Rock-, Blues- und Country-Songs von Herzen und das kommt auch beim Zuhörer an. Momentan arbeitet die Band um Sänger Lametto an einem neuen Album.

 

Bürgermeister Klaus Habermann besuchte das Festival und war beeindruckt. „Das Ambiente am Sisi Schloss ist traumhaft, das Openair war klasse gemacht. “